Genderspezifische Problematiken

Die Arbeitskontexte der Textilindustrie verschärfen strukturelle Benachteiligungen von Frauen. Welche das genau sind, kannst du hier nachlesen.



Grafik Genderproblematik in der Textilindustrie Doppelbelastung durch Unvereinbarkeit von Kind und Beruf

Was bedeutet es Frau zu sein in der Textilindustrie?

Rund 80% der Arbeiter*innen in der Modeindustrie Kambodschas sind Frauen. Obwohl sie der wirtschaftliche Motor des Landes sind, sehen sich Frauen tagtäglich mit verschiedenen Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechts konfrontiert.

Bildung für Frauen

Mangelnde Bildungschancen

Rund ein Drittel aller Kambodschaner*innen zwischen 19 und 24 Jahren sind bereits in der Modeindustrie beschäftigt. Dort haben sie nur Zugang zu Arbeitsplätzen, für die man wenig Vorkenntnisse benötigt. Fort- und Weiterbildungen sind ist selten möglich. Dementsprechend gering ist und bleibt auch ihre Entlohnung. Selbstfinanzierte Fortbildungen sind auf Grund des geringen Verdienstes nicht möglich. Zudem lässt eine sechstägige Arbeitswoche dafür keine zeitlichen Freiräume.

Gewalt gegen Frauen

Geschlechtsspezifische Gewalt

Circa 48% der kambodschanischen Arbeiter*innen geben an, geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz erfahren zu haben. Dazu zählen beispielsweise physische Misshandlungen und sexuelle Gewalt, wie auch psychische Gewalt in Form von Einschüchterungen oder Mobbing.

Mutter sein

Doppelbelastung durch Unvereinbarkeit von Kind und Beruf

Die Hauptverantwortung für Haushalt, Kinder sowie Erwerbsarbeit liegt in stark patriarchal geprägten Gesellschaften häufig bei den Frauen. Nach der Fabrikarbeit müssen sie die Hausarbeit und die Kinderbetreuung erledigen. Aufgrund der enormen Doppelbelastung sehen sich Arbeiter*innen oft gezwungen, ihre Lohnarbeit zu kündigen.

Ökonomische und finanzielle Ausbeutung

Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen werden Arbeiter*innen in Kambodscha bis zu 30% geringer entlohnt. Die Arbeitsstrukturen in den Fabriken der Textil- und Bekleidungsindustrie sind häufig stark hierarchisiert: Frauen arbeiten auf ausführender Ebene, Männer als Führungskräfte. Die Aufstiegschancen von Frauen sind begrenzt.

Pillen

Unzulängliche gesundheitliche Versorgung

Viele Frauen sind aufgrund der niedrigen Löhne nicht in der Lage, genügend Essen zu kaufen: Eine Mangel- oder Unterernährung ist oft die Folge dieser Unverhältnismäßigkeit. Unzureichende sanitäre Einrichtungen in den Fabriken erschweren die Intimhygiene während Menstruation und Schwangerschaft.

Gewalt

Diskriminierung infolge patriarchaler Strukturen

Frauen werden schon allein aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert – auf struktureller, institutioneller oder auch individueller Ebene. Frauen werden durch die Vermittlung bestimmter Geschlechterrollen, spezielle Fähigkeiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen zugeschrieben, welche sie im Laufe ihres Lebens verinnerlichen sollen. Dieser Prozess prägt ihr Handeln, auch bei der Arbeit.

Vertrag

Keine Arbeits- und sozialrechtlichen Sicherheiten

Die Arbeitsverhältnisse von Frauen werden oft informell gehalten und zugunsten des Arbeitgebers flexibel gestaltet. In Kambodscha verfügen rund 72% der Arbeiter*innen lediglich über einen Kurzzeitvertrag.

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